Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) dient der Wiedereingliederung von Mitarbeitern/ Mitarbeiterinnen mit gesundheitlichen Problemen in den Betrieb.
Der Gesetzgeber sieht vor, dass die Interessensvertretungen am Betrieblichen Eingliederungsmanagement beteiligt werden bzw. darüber wachen, dass der/die Arbeitgeber/in seine gesetzlichen Verpflichtungen hinsichtlich des BEM erfüllt.
Die Interessensvertretungen brauchen gute Kenntnisse über die Ausgestaltung des BEM in ihrem Betrieb, um diesen Aufgaben nachkommen zu können. Mit ihrem Einsatz tragen sie dazu bei, dass das BEM ordnungsgemäß durchgeführt wird, dass alle vernünftigerweise in Betracht zu ziehenden Beschäftigungsmöglichkeiten eines/-r gesundheitlich beeinträchtigten Kollegen/-in im BEM sachlich geprüft werden, dass Führungskräfte am BEM konstruktiv mitwirken, dass Kollegen/-innen eines/einer Betroffenen Verständnis für Lösungen haben und bereit sind, evtl. damit verbundene Veränderungen mit zu tragen.
Zielgruppe des Seminars ist die gesamte Interessensvertretung des Betriebes einschließlich der Vertretung der schwerbehinderten Personen, unabhängig davon, ob die einzelnen Mitglieder der Interessensvertretung am BEM direkt beteiligt sind oder nicht.
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Zeit | Ziele | Inhalte | Methode |
Kontakt herstellen - Vorerfahrungen zum Thema Gesundheit aktivieren - Erwartungen erfahren - Schwerpunkte vereinbaren | Begrüßung und Vorstellung der TN Vorstellung des Themas: Aufgaben und Möglichkeiten der Interessenvertretung (BR uns SBV) im Betrieblichen Eingliederungsmanagement Inhalte des Seminars vorstellen Abfrage und Klärung der Erwartungen Ablauf und Organisation des Seminars abstimmen | Flipchart Erwartungsabfrage ins Plenum, ggf. Dokumentation der Erwartungen an Flipchart | |
Ausgangssituation im Unternehmen verstehen BEM als Hilfestellung kennenlernen | Situation Gesundheit der MA abfragen - Teilnehmer/innen beschreiben die Situation: häufigere Fehlzeiten oder plötzlicher langfristiger Ausfall von Mitarbeitern/innen Hintergründe des BEM (Ursachen Fehlzeiten, demographische Entwicklung) | Stichpunkte am Flipchart aufzeichnen - Diskussion - Folien Krankheitsursachen, demografische Entwicklung Region und Unternehmen, | |
Gesetzliche Grundlagen und aktuelle Rechtsprechung kennenlernen | Ziele und Zielgruppen des BEM gesetzliche Grundlagen und aktuelle Rechtsprechung in wesentlichen Punkten vorstellen - Qualitätskriterien vorstellen | Foliensatz - Diskussion | |
Pause | |||
Übersicht über Fallbezogene Prozesse und Begleitprozesse des BEM gewinnen BEM-Ablauf im Überblick kennenlernen | Fallbezogene Prozesse und Begleitprozesse im Überblick vorstellen | Folie - Prozesslandkarte | |
Begleitprozesse Information der Belegschaft und Bildung Integrationsteam kennenlernen | Bedeutung der Information der Belegschaft über das BEM für die Akzeptanz - Rolle der Interessensvertretung bei Kommunikation und Bildung des Integrationsteams - Beteiligung der Interessensvertretung: Verweis auf Betriebsvereinbarung - Geschäftsordnung Team | Foliensatz, Beispiele für die Information der Belegschaft Diskussion | |
Die Einleitung des BEM-Verfahrens unter den Aspekten Freiwilligkeit, Beteiligung, Erreichung der BEM – Ziele sowie Datenschutz analysieren | Einleitung des Verfahrens unter Beteiligung der Interessensvertretung im und außerhalb des Integrationsteams - Gewährleistung der Freiwilligkeit und Selbstbestimmung der Betroffenen - Bedeutung der Vorab-Information über Ziele des BEM im Betrieb sowie über Datenerhebung und -verwendung - Verschwiegenheitserklärung - Umgang mit der BEM-Akte und Personalakte - Datenaufbewahrung und Datenvernichtung | Foliensatz Vortrag Diskussion | |
Mittagspause | |||
Instrumente der Situationsanalyse kennenlernen | Systematisierung der konkreten Situationsanalyse: Selbsteinschätzung - Fähigkeits- und Anforderungsprofil - Gefährdungsbeurteilung - Hintergrundinfos zum persönlichen Umfeld Abfrage der TN: Welche Instrumente sind bereits vorhanden? Rolle und Aufgaben der betrieblichen Akteure in der Situationsanalyse | Foliensatz Selbsteinschätzungsbogen Hintergründe persönliches Umfeld erläutern | |
Maßnahmenplanung vorstellen | BEM-Maßnahmenplanung: Handlungsfelder beschreiben -Beteiligungs-/Mitwirkungsrechte | Foliensatz | |
Maßnahmenumsetzung vorstellen | BEM-Maßnahmenumsetzung: Maßnahmenpool vorstellen - Rolle, Aufgaben und Verantwortung der betrieblichen Akteure | Foliensatz - Diskussion | |
Kurze Pause | |||
Rolle und Aufgabe von Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung erkennen | Initiativ- und Mitbestimmungsrechte des BR Beteiligungs- und Mitwirkungsrechte SBV - Rechtsfolgen des Eingliederungsmanagements - Gestaltungs- und Überwachungsaufgaben | Flipchart Diskussion Foliensatz | |
Wesentliche Inhalte einer Betriebsvereinbarung | Ziele und Grundsätze - Unterrichtung und Information der Belegschaft - Integrationsteam - Maßnahmenplanung und -umsetzung - Datenschutz und Schweigepflicht - Qualitätskriterien - Konfliktregelung | Flipchart Foliensatz Diskussion | |
Ausblick und Rückmeldung | Arbeitsplan erstellen - Nächste Schritte festlegen - Qualifizierungsbedarf - Ausblick | Flipchart - Diskussion | |
Ende |